Bewegungsförderung

Mit voller Kraft voraus

Wer lange gesund bleiben möchte, sollte auch auf die eigene Muskelkraft setzen. Dass es dafür nie zu spät ist und das Training gemeinsam mit Nachbar:innen besonders guttut, weiß Sportwissenschaftler und AOK-Förderpreis-Juror Prof. Dr. Ingo Froböse

Möglichst lange gesund bleiben – wer will das nicht! „Mit zunehmendem Alter wird es immer wichtiger, einen zu großen Verlust von Muskelkraft und -masse zu verhindern“, weiß Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse, „denn ohne Beinkraft können wir nicht aufstehen, ohne Armkraft keine Einkaufstasche tragen.“ Es gilt also, dem zunehmenden Kraftverlust entgegenzuwirken. Das müssen ja nicht gleich die schweren Hanteln sein, schon das eigene Körpergewicht oder kleine Wasserflaschen können zum Start ausreichen.

Für mehr Kraft und Ausdauer: Gemeinsames Freiluft-Training „Fitness an der Bewegungsinsel“ im Wilhelmsburger Inselpark / ©Netzwerk Nachbarschaft; Foto: Katharina Korn, ParkSportInsel e.V.

Die Kraft der Gemeinschaft

Vor allem beim Thema Krafttraining ist die Gemeinschaft ein wichtiger Antrieb. Froböse sieht hier allerdings noch Ausbau-Potenzial: „Wünschenswert sind wohnortnahe Angebote, die ein Muskeltraining in kleinen Gruppen anbieten, wie etwa das Programm ,Fit im Park‘ vom Quartiersnetzwerk ,martini erleben‘.“ Für ihr Projekt erhielten die Hamburger:innen 2024 den AOK-Förderpreis.
Angebote wie diese führen die Teilnehmenden ans Training heran und geben ihnen Anregungen für zu Hause mit. Auch die Aktiven von „ParkSportInsel e.V.“ in Hamburg Wilhelmsburg schaffen dafür mit ihrem Projekt „Kraft- und Ausdauertraining an der Bewegungsinsel“ einen optimalen Rahmen und wurden 2025 für den Förderpreis nominiert.

Die Ausrede „Alter“ zählt nicht

„Das Schöne ist: Muskulatur ist dynamisch. Sie kann sich in jedem Alter anpassen“, sagt Froböse. Für Fitness ist es also nie zu spät. Auch für die Vermeidung von Stürzen ist der Erhalt der Leistungsfähigkeit der Muskulatur essenziell – und deren Dynamik. „Wir brauchen besondere Maßnahmen für Seniorinnen und Senioren, Aktivitäten wie Hüpfen, Springen, vielleicht auf dem Trampolin“, sagt Froböse. Auch Tanzen sei gut, „aber dann nicht nur Walzer, sondern auch mal Rock'n'Roll wegen der schnelleren, dynamischeren Bewegungen. Wir stürzen nicht in langsamen, statischen Situationen, sondern in dynamischen Situationen, wo dann die Fähigkeit fehlt, schnell zu reagieren und sich abzufangen.“ Der „Bürgerverein Langerfeld e.V.“ (2025 für den Förderpreis nominiert) setzt beispielsweise mit seinem Balance-Programm auf ein Gleichgewichtstraining, das dabei hilft, Stürze im Alltag zu vermeiden.

Der AOK-Förderpreis „Gesunde Nachbarschaften“

Sie haben selbst ein nachbarschaftliches Fitness- oder Kraftprogramm ins Leben gerufen oder sind gerade dabei, dies zu tun? Dann bewerben Sie sich jetzt mit Ihrem Projekt! Zum siebten Mal in Folge loben die AOK Rheinland/Hamburg und Netzwerk Nachbarschaft 2026 den Förderpreis „Gesunde Nachbarschaften“ aus.