Bewegungsförderung

Kleiner Ort, große Wirkung

Auf dem Dorf kennt meist jede jeden. Eine gute Voraussetzung, um sich gemeinsam für das Wohlergehen aller zu engagieren, wie drei Dorfinitiativen aus dem Rheinland zeigen.

In einer zugewandten, hilfsbereiten Nachbarschaft zu leben, fühlt sich einfach gut an. Und nicht selten fallen dann Sätze wie „Hier bei uns ist es wie auf dem Dorf“. Kein Wunder, denn Dorfgemeinschaften wissen, dass nur der Weg zum Nachbarn kurz ist, alles andere ist meist weit weg. Also hilft man sich am besten gegenseitig, genau da, wo es wirkt: im direkten Wohnumfeld.

Gute Stimmung beim Bewegungs- und Begegnungsprogramm „FlexiWoman“ in Solingen-Mitte

Bestes Beispiel: die Nachbar:innen von der Initiative „Dorfzentrum Mittendrin“ im rheinländischen Effeld. Nachdem das letzte Geschäft in dem kleinen Ort an der niederländischen Grenze aufgegeben hatte, wäre das Dorfleben fast zum Erliegen gekommen. Gemeinsam kamen die Macher:innen von „Dorfzentrum Mittendrin“ auf die rettende Idee und eröffneten einen Dorfladen mit Café. Seit 2020 geht es dort um viel mehr als Lebensmittel, Kaffee und Kuchen. Der Laden ist eine Begegnungsstätte für die 1200 Einwohner:innen, die die engagierten Betreiber:innen mit immer neuen Ideen für das Gemeinschaftsleben füllen. Im intensiven Austausch mit den Anwohnenden und regionalen Partner:innen haben sie 2026 das Projekt „Gesund durchs Dorf“ gestartet – mit Vorträgen zu Themen wie Herz-Kreislauf-Gesundheit oder Mikrobiom, regelmäßigen Gruppenwanderungen oder wöchentlichen Entspannungskursen. Ergänzt wird das Programm, mit dem die Effelder:innen für den Förderpreis „Gesunde Nachbarschafen“ nominiert sind, durch Einladungen zum „Suppen-Samstag“ oder gezielte Angebote im Laden, etwa Rezeptkarten für die gesunde Ernährung. „Mit unserem Angebot wollen wir Gesundheit im Alltag erlebbar machen und gleichzeitig den Zusammenhalt im Dorf stärken“, sagt Irmgard Stieding, Vorstandsvorsitzende von „Dorfzentrum Mittendrin“.

Fit wie die Feuerwehr

Den Zusammenhalt im Dorf zu stärken, das sieht auch Winfried Dederichs von der Sportgruppe LG Pesch als wichtigen (Neben)Effekt des örtlichen Fitnessprogramms in der kleinen Gemeinde im Kreis Euskirchen. Seit mehr als 20 Jahren motivieren die freiwillig Engagierten die Dorfbewohner:innen zum gemeinsamen Sport. Gegründet im Rahmen der Feuerwehr-Aktion „Fit vor Fire“ hat die Sportgruppe das Angebot längst für alle Interessierten in Pesch geöffnet. Unter dem Motto „Bewegung für jedermann“ steht montags Aquafitness auf dem Programm, mittwochs treffen sich die Teilnehmer:innen je nach Wetterlage zum Zirkeltraining oder zum Walken. „Uns ist wichtig, dass jeder mitmachen kann – unabhängig vom Alter oder den sportlichen Voraussetzungen“, sagt Winfried Dederichs, der mit der Sportgruppe Pesch für den diesjährigen AOK-Förderpreis „Gesunde Nachbarschaften“ nominiert ist.

Die Kunst der Entspannung

Wie sich ein nachbarschaftliches Angebot im Laufe der Jahre erfolgreich weiterentwickeln lässt, zeigen auch die Vereinsaktiven von „Kultur in der Kapelle“ in Nümbrecht-Bierenbachtal. In der kleinen Gemeinde im Oberbergischen Kreis lag der Schwerpunkt der Initiative zunächst darauf, Kunstgenuss anzubieten, etwa Konzerte, oder im Rahmen von Workshops selbst Kunst zu schaffen. Seit September 2025 steht jetzt einmal im Monat „Yoga im Dorf“ an – ein kostenfreier 90-minütiger Kurs mit einer zertifizierten Yoga-Lehrerin, für den die Vereinsmitglieder 2025 beim AOK-Förderpreis „Gesunde Nachbarschaften“ nominiert waren. „Die sanfte Bewegungspraxis beim Yoga hilft, Stress abzubauen und den Körper beweglich zu halten“, sagt Mitinitiatorin und Yogalehrerin Vera Hein. Und das sind doch beste Voraussetzungen, um im kleinen Dorf auch weiterhin großartige Dinge zu bewegen.

Der AOK-Förderpreis „Gesunde Nachbarschaften“

Sie haben selbst ein nachbarschaftliches Gesundheitsangebot ins Leben gerufen oder sind gerade dabei, dies zu tun? Dann bewerben Sie sich jetzt mit Ihrem Projekt! Zum siebten Mal in Folge loben die AOK Rheinland/Hamburg und Netzwerk Nachbarschaft 2026 den Förderpreis „Gesunde Nachbarschaften“ aus.