Gruppenvorteil: Einkaufsgemeinschaft!

Regionale Bio-Produkte sind gesund, oft aber auch teuer. Nachbarschaften, die Einkaufsgemeinschaften gründen, können gutes Obst und Gemüse deutlich günstiger beziehen. Das wird auch noch direkt an die Haustür geliefert.

Ob im Hamburger Kiez St. Pauli, im schicken Blankenese oder im rheinischen Jülich: Immer mehr Nachbarschaften schließen sich zu Einkaufsgemeinschaften oder„Food-Coops“ zusammen. Gemeinsam versorgen sie sich regelmäßig mit Obst, Gemüse, Eiern und Milch vom Bio-Bauern. Die Lebensmittel werden je nach Vereinbarung und Umfang in einer Garage angeliefert oder nach Absprache direkt vor die Haustür gestellt. Jedes Mitglied bekommt seine wöchentliche Bio-Kiste und gibt gleich die nächste Bestellung auf. Dieser unkomplizierte Sammel-Einkauf spricht vor allem Haus- und Straßengemeinschaften an. Die Gemeinschafts-Bestellungen direkt vom Erzeuger bieten Berufstätigen, Familien, Rentnern und Studenten einen bequemen und erschwinglichen Service. Wer mitmacht, erwirbt - ab etwa 20 Euro im Monat - Nutzungsanteile an dem kooperierenden Erzeugerbetrieb. So kann jeder neben der bewussten Ernährung auch die regionale Landwirtschaft fördern – ein Modell für Nachhaltigkeit, das in städtischen Wohngebieten immer mehr Anhänger findet.

Tante-Emma-Läden wiederbeleben

Auch für ländliche Nachbarschaften lohnen sich Kooperativen, zumal in vielen Ortschaften die Versorgung mit frischen Lebensmitteln so erst möglich wird. Bundesweites Vorbild sind hier die Dorfläden, die das DORV-Zentrum im rheinischen Jülich-Barmen seit vielen Jahren betreibt. Das erfolgreiche Modell findet immer mehr Nachahmer. DORV steht für „Dienstleistung und ortsnahe Rundum-Versorgung“. „Wenn das Angebot vielfältig ist und der Laden von einem breiten Engagement getragen wird, kann sein Bestehen langfristig gesichert werden“, betont DORV-Projektleiter Christian Klems. Weitere Pluspunkte dieser bürgerschaftlichen Kooperative: Die Dorfläden entwickeln sich zu wichtigen Treffpunkten von Jung und Alt und bieten allen Gelegenheit, sich aktiv einzubringen, indem sie organisatorische Aufgaben übernehmen.

Einkaufsgemeinschaften selbst gründen

Wer eine Einkaufsgemeinschaft oder „Food-Coop“ gründen will, sollte zunächst klären, wie groß insgesamt der Bedarf und die Bereitschaft sind, die Einkaufsgemeinschaft auf lange Sicht zu unterstützen. Je nach Bestellmenge lässt sich dann gemeinsam der passende Zulieferbetrieb finden. Die Checkliste “Einkaufsgemeinschaften“ für Mitglieder des Netzwerk Nachbarschaft gibt dafür hilfreiche Tipps. Starthilfe bietet auch der Verein Sense.Lab e.V. mit einem Leitfaden zur Gründung von Einkaufsgemeinschaften.